Lehrer können eine Schule zur Bildungseinrichtung machen

Nach zwölf Jahren Schule können wir mittlerweile unsere Schule gut bewerten und auch kritisieren. Leider lassen sich viele Nachteile erkennen, wenn wir die uns beigebrachte „Bildung“ philosophisch betrachten. Lehrer spielen eine tragende Rolle, wenn es darum geht, ihre Schüler zu bilden. Von Andreas Palik

Palik

Die Schule unterrichtet uns nicht irgendwas. Es spielt in keine Rolle, ob es Themen sind, die die Schüler interessant finden oder auch nicht. Die Schule muss sich nach dem vom Land vorgegebenen Lehrplan richten. Der Schüler kann nicht selbst entscheiden, was er lernen will bzw. wie er sich bilden will. Die Schüler werden hier im Denken kontrolliert. Der Philosoph Immanuel Kant findet dazu das passende Wort – Fremdbestimmung. Durch die Vorgaben des Landes entsteht nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer ein großer Aufwand.

Im Lehrplan ist kein Platz für die Interessen der Schüler

Die Schüler haben nicht nur in der Schule viel zu tun. Nach der Schule dominieren Hausaufgaben und Projekte die Freizeit. Auf die Schüler herrscht ein enormer Druck, da bei Versagen, bzw. nicht erfüllen der Aufgaben, schlechte Noten drohen. Diese fremdbestimmte Bildung wird den Schülern quasi aufgezwungen. In diesem vorgegebenen Lehrplan ist kein Platz mehr für die Interessen des Schülers.

Die Schule wird allgemein als Bildungsstätte bezeichnet, jedoch sollte diese eher nach Bieris Ansicht als Ausbildungsstätte angesehen werden. Die Schüler müssen Themen lernen, die sie gar nicht interessieren. Doch werden diese Themen von den Schülern nicht akzeptiert, so drohen schlechte Noten. Nach Platon bildet sich ein Mensch erst, wenn ein Thema kritisch betrachtet, sich Gedanken darüber macht und dieses Thema etwas bei dem Menschen bewirkt. Dazu müssen die Themen die Schüler auch interessieren. Jeder Schüler kann selbst entscheiden, welche Themen er interessant findet. Somit findet sich, auf Kant bezogen, im fremdbestimmten Lehrplan, doch Platz für Selbstbestimmung.

Erst Neugier macht die Schule zur Bildungseinrichtung

Ist eine Neugier bei dem Thema geweckt, kann der Schüler selbst entscheiden, ob er daraus ein Interesse entwickelt. Dadurch kann der Schüler nicht nur den Inhalt des Themas, sondern auch die Aussagen des Lehrers hinterfragen. Dadurch findet ein Bildungsprozess statt. Somit kann die Schule doch eine Bildungseinrichtung sein. Besteht jedoch kein Interesse für die Themen, so kann kein Bildungsprozess zu dem Thema stattfinden und der Schüler bildet sich nicht.

Mich persönlich interessiert das Schulfach Chemie überhaupt nicht. Den Inhalt dieses Fachs habe ich mir zwar im Kopf eingeprägt, jedoch nie hinterfragt oder gar kritisiert. Ich habe es so hingenommen. Im Gegensatz interessiert mich mein Leistungskurs Sozialwissenschaften. Hier werden sehr viele Themen bearbeitet und bei jedem dieser Themen wird das Hinterfragen und Kritisieren deutlich erwünscht, sodass es zu einem Bildungsprozess kommt.

Es liegt am Lehrer

Es liegt meistens am Lehrer, ob es beim Schüler zu einem Bildungsprozess kommt. Die schafft er, in dem er die Neugier des Schülers weckt, denn ist der Schüler erst einmal neugierig, so entwickelt sich auch schnell ein Interesse zu dem Thema. Dies wird bei mir im Fach Physik sehr deutlich. Für das Fach Physik fehlt mir wirklich jegliches Interesse, jedoch schafft es mein Lehrer vor jedem neuen Thema mit attraktiven Fragen und Alltagsbeispielen meine Neugier zu wecken, sodass ich dich schon mal über die gelernten Inhalte nachdenke. Dies ist zwar eine aufgezwungene, quasi nicht authentische Neugier, jedoch sorgt der Lehrer dafür, dass ich mich bilde.

Zusammengefasst bietet die Schule philosophisch das Problem, dass sich die Schüler zwar fremdbestimmtes Wissen aneignen, sich jedoch nur wenig bilden können, da nicht alle Themen des vorgegebenen Lehrplans für die Schüler interessant sind. Jedoch muss man sagen, dass wenn die Neugier zu einem Thema geweckt ist, kommt auch ein Interesse zu einem Thema, wenn der Lehrer dies überzeugend übermittelt. Es gibt Lehrer die es schaffen, den Schülern ein Thema so schmackhaft zu machen, dass sich diese mit dem Thema doch beschäftigen und ein Bildungsprozess entsteht. Es liegt an den Lehrern, die Schule als Bildungseinrichtung zu stärken.

Dieser Essay ist im Unterrichts-Projekt Gute Schule entstanden. Weitere Schüler-Beiträge zu diesem Projekt finden sich unter dem Schlagwort Gute Schule.

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